Alkoholtester richtig verwenden (und: Populäre Alkoholmythen)

 



Obwohl wir beim Design unserer Alkoholtester hohen Wert auf eine möglichst reduzierte und intuitive Bedienung legen, können Fehler und damit ungenaue Messergebnisse vorkommen, wenn die Anleitung nicht genau befolgt wird.

 

Wartezeit einhalten


Generell ist es sehr wichtig, vor der Durchführung eines Promilletests 15 Minuten zu warten, nachdem das letzte Mal Alkohol konsumiert wurde.
Dazu zählen auch Mahlzeiten mit alkoholischen Bestandteilen sowie Zigaretten, die das Messergebnis teilweise verfälschen können!
Ohne diese Wartezeit wird der im Mund und Speichel verbliebene Restalkohol den ausgegebenen Wert zwangsläufig stark verzerren, zudem wurde der Alkohol noch nicht richtig vom Körper verarbeitet.
Um genaue Ergebnisse sicherzustellen, sollte zwischen der Durchführung eines jeden Tests eine Minute gewartet werden, damit sich der Sensor abkühlen kann: So verlängern Sie auch die Lebenszeit Ihres Geräts.
Natürlich muss ein Alkoholtester auch mindestens einmal im Jahr kalibriert werden, um eine möglichst präzise Funktionsweise beizubehalten.

 

Richtig in das Mundstück pusten


Pustet der Proband zu kurz oder mit zu wenig Kraft in das Mundstück, schlägt der Promilletest ebenfalls fehl (bei den meisten Sensoren ist ein Flow-Sensor verbaut, der bei zu wenig Atemvolumen anschlägt und eine Fehlermeldung ausgibt).
Wir empfehlen, mit mittlerer Stärke in das Mundstück zu pusten, in etwa so, als würden Sie laut pfeifen.
Nach etwa einer Sekunde werden die meisten Modelle den Luftstrom erkennen und piepen.
Bitte hier noch nicht aufhören, in das Gerät zu pusten: Die meisten Alkoholtester brauchen etwa 4 Sekunden, um den Atem des Anwenders zu analyieren.
Bei vielen Modellen werden Sie nach dieser Zeitspanne ein kurzes Klicken im Inneren des Geräts vernehmen: Dieses wird durch die interne Pumpe erzeugt und signalisiert, dass der Test beendet ist.
Des Weiteren hängt das Messergebnis von einigen anderen Faktoren abhören, z.B.:
 
 

Physische und psychische Verfassung


Müdigkeit beschleunigt die Aufnahme von Alkohol im Blut.
Zusätzlich fühlen sich Menschen in einer geschwächten Verfassung normalerweise durch das Trinken stärker beeinträchtigt.
Wie der Körper einer bestimmten Person mit Alkohol umgeht, hängt von verschiedenen individuellen Voraussetzungen ab.
Dazu gehören der prozentuale Anteil von Körperfett sowie Gewicht und Geschlecht: Frauen verfügen über weniger Muskel- und mehr Fettgewebe als Männer, sodass Sie in der Regel weniger Alkohol vertragen.
 
 

Deftige Mahlzeiten


Auf leeren Magen zu trinken, führt dazu, dass Alkohol sehr viel schneller in das Blut aufgenommen wird.
Nach einer deftigen Mahlzeit werden Sie länger brauchen, um Ihren maximalen Promillewert zu erreichen.
Der Körper braucht nämlich Zeit, um die Nährstoffe der Nahrung zu verbrennen und zu verarbeiten, bevor der Alkohol richtig ins Blut kommen kann.
Zusätzlich wird durch das Trinken von nichtalkoholischen Getränken (am besten Wasser) parallel zum Alkoholkonsum der Körper dabei unterstützt, Alkohol im Blut abzubauen.
 
 

Geschlecht: Ebenfalls ein Einfluss?


Auch stimmt es, dass Frauen länger brauchen, um Alkohol abzubauen.
Dies liegt in der Tatsache begründet, dass Frauen über mehr Fett- und weniger Muskelgewebe verfügen: Muskeln sind mit großen Mengen an Wasser angefüllt, das zur Zersetzung von Alkohol im Körper benötigt wird.
Außerdem nehmen Wissenschaftler an, dass der weibliche Körper über weniger Enzyme zum Abbau von Alkohol verfügt, was heute allerdings noch nicht zu 100% belegt ist.
 
 

Schnell beschwipst durch Sprudel?


CO2 bläht den Magen auf. Als Reaktion darauf versucht der Körper, es so schnell wie möglich über verschiedene Wege loszuwerden, unter anderem auch dadurch, dass es zusammen mit Alkohol in den Blutkreislauf abgegeben wird.
Jeder, der schon einmal Champagner, Schaumwein u.ä. getrunken hat, kennt das Ergebnis: Alkoholische Getränke mit Kohlenstoffdioxid führen zu einem schnellen Rausch.
 
 

Trinken unter Stress


In Stressituationen produziert der menschliche Körper eine höhere Menge an Hormonen.
Diese beschleunigen unter anderem den Stoffwechsel, sodass der Alkohol schneller ins Blut gelangt.
Zusätzlich bringt Stress psychologisch gesehen die Menschen natürlich dazu, evtl. mehr zu trinken, und führt auch zu einem anderen Verhalten unter Alkoholeinfluss.
 
 

Senioren: Erfahren und daher resistenter?


Im Laufe des Lebens schrumpfen Leber und Magen, sodass im fortgeschrittenen Alter Alkohol schwerer verarbeitet werden kann.
Trotzdem sage viele ältere Gewohnheitstrinker aus, dass der Körper sich an regelmäßigen Alkoholkonsum gewöhnt und die Trunkenheit daher erst später fühlbar wird oder schneller abgebaut werden kann.
Der Faktor Gewöhnung spielt sicherlich eine beträchtliche Rolle, wenn es um die Abarbeitung von Alkohol geht: Menschen, die selten trinken, werden auch länger brauchen, um ihn zu verarbeiten.
Der Konsum einer großen Menge Alkohol in einem kurzen Zeitraum sorgt für eine schnelle Steigerung Ihres Promillewerts und auch für einen höheren Maximalwert.
 
 

Auswirkungen auf Gehirn und Psyche


Grundsätzlich erhöht Alkoholkonsum das Risiko, sich selbst und andere zu verletzen.
Dafür ist eine spezielle Aminosäure verantwortlich, die die Kommunikation zwischen den Zellen und dem Gehirn einschränkt.
Auch die Neurotransmitter im Gehirn werden durch des Konsum von Alkohol eingeschränkt und können ihre Funktionen immer langsamer ausführen, je mehr man trinkt.
Daher rühren die Störungen im Gleichgewichtssinn, dem Sprachgefühl, der Reakionsgeschwindigkeit und dem Urteilsvermögen: Alle diese mentalen Fähigkeiten werden durch das Trinken von Alkohol stark beeinträchtigt. 
 
 

Wie wird Alkohol am schnellsten abgebaut?


Es gibt auf diese Frage keine Universalantwort und auch kein Wundermittel.
Grundsätzlich ist und bleibt der effektivste Weg, dem Körper die Zeit zu geben, bis der Alkohol ganz abgebaut ist.
Jedoch ist die Länge dieses Prozesses von den individuellen Voraussetzungen des Trinkers bzw. der Trinkern abhängig.
Zusammenfassend gehören dazu neben dem Geschlecht auch weitere Faktoren wie die Körpermasse, die Größe und weitere Einflüsse.
Grundsätzlich werden pro Stunde etwa 0,1 bis 0,2 Promille abgebaut.
Ein besonders gefährlicher und falscher Mythos ist die Legende, dass der Effekt von Kaffee auf den Stoffwechsel zu einem schnelleren Abbau von Alkohol im Blut führt.
Das ist nicht nur völlig falsch, die durch Koffein verursachte Wachheit führt dazu, dass Trinker sich für nüchtern genug halten, noch mit dem Auto zu fahren, während sie durch den Alkohol eigentlich sehr stark beeinträchtigt sind.
 

Quellen und weiterführende Informationen:
Student Well-Being McDonald Center, University of Notre Dame: [Alcohol] Absorption Rate Factors
The Telegraph: Fizz in bubbly will get you drunk faster von David Derbyshire, Science Correspondent
LiveScience: Stress Changes Alcohol’s Effects on You von Luke Yoquinto
The Telegraph: What alcohol does to your body after the age of 40 von Anna Magee
WHO: Alcohol Fact Sheet
Mythbusters: Can drinking coffee help a person sober up?
Student Well-Being McDonald Center, University of Notre Dame: [Alcohol] Absorption Rate Factors
National Health Service: Alcohol myth Buster